Risiken, Nebeneffekte, Kontraindikationen

 

Die EDTA-Infusion ist im Vergleich zu anderen Verfahren absolut ungiftig und risikoarm.  Das Risiko gefährlicher Zwischenfälle liegt im Verhältnis von 1 : 10.000, vorausgesetzt, daß die Behandlung sachgemäß durch einen Arzt durchgeführt wird.

Im Vergleich hierzu soll nicht unerwähntbleiben, daß ca. drei von 100 Patienten bei einer Gefäßoperation sterben, wobei natürlich die Qualifikation des Operationsteams eine Rolle spielt.  Die Chelat-Therapie ist also 300mal sicherer als jede Gefäßoperation, wobei natürlich die Komplikationsrate bei Operationen sehr viel höher ist, z. B. durch Herzversagen, Schlaganfälle, Infarkte durch Blutgerinnsel und deutlich verlängerte Schmerzen.

Ein Verfahren, welches wirksam ist, hat auch Nebenwirkungen, die allerdings bekannt und beherrschbar sein müssen.

Folgende Nebenwirkungen wurden angegeben:

Frösteln, auch noch 6-8 Stunden nach der Infusion,

·  geringfügige Herzschmerzen,

·  Brennschmerz an der Infusionsstelle und fortgeleitet im Arm,

·  Schwindel,

·  Gliederschmerzen,

·  Rückenschmerzen,

·  Durst,

·  Gewichtsabnahme,

·  Müdigkeit,

·  Bläschen an der Oberli'ppe und Nasolabialfalte,

·  vorübergehender Temperaturanstieg,

·  Kopfdruck

 

Alle diese Erscheinungen klingen unter der Therapie wieder ab, ohne daß eine Unterbrechung erforderlich gewesen wäre.  Unter fachkundiger Durchführung eines Arztes ist diese Art der Therapie so ungefährlich wie die Medikation mit Aspirin-Tabletten.  Die Patienten können nach der Behandlung wieder selbst nach Hause fahren.  Falls allerdings EDTA zu schnell oder in zu hohen Dosen verabreicht wird, können, wie bei jeder anderen Überdosis von Medikamenten, gefährliche Nebenwirkungen auftreten.

Hierzu zählt ganz besonders ein akutes Nierenversagen bei der Behandlung einer Bleivergiftung mit EDTA.  Nicht weil EDTA die Nieren angreifen würde, sondern weil es in diesem Fall durch die hohe Bindungskapazität an Blei zu einer "Crashniere" mit akutem Nierenversagen kommen kann.  Diese Zwischenfälle haben sich Anfang der 60iger Jahre in der Zeit der Dosisfindung ereignet, worauf immer noch hingewiesen wird als ein Beweis für die Gefährlichkeit der Therapie.  Immer wieder wird behauptet, daß die EDTA-Chelat- Therapie negative Auswirkungen auf die Nieren hat.  Man hat jedoch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen 383 Patienten untersucht und nach der Therapie eine deutliche Verbesserung der Nierentätigkeit festgestellt.  

Dennoch sollten gerade bei vorgeschädigten Patienten Nierenfunktionsprüfungen erfolgen, um einer Überlastung der Nieren vorzubeugen.  In solchen Fällen wird die Infusionsdauer länger und die Frequenz nicht so häufig sein.

Dann wird auch befürchtet, daß die arteriosklerotisch veränderten Gefäßwände durch die Chelat-Therapie geschwächt werden.  Bei dem ersten Deutschen Chelat-Kongreß in Diepholz 1984 hat jedoch Dr. Zechmeister von der Universität Brünn sehr eindrucksvoll tierexperimentelle Untersuchungen vorgestellt, in denen der Nachweis gelungen war, daß durch EDTA-Infusionen volle Funktionsfähigkeit und Elastizität der Arterienwände wiederhergestellt werden konnten.  Darüber hinaus kommt es zu keinerlei Entkalkung von Knochen, Knorpel oder Zähnen, sondern durch intervallartige Steigerung des Parathormones zu einer deutlichen Verbesserung des Knochenstoffwechsels.

Die Deutsche Gesellschaft für Chelat-Therapie führt eine spezielle Ausbildung durch und überprüft die Kompetenz der einzelnen Ärzte in diesem Fachgebiet.  Ein Arzt, der erfolgreich an diesen Kursen teilgenommen hat, hat auch das Wissen und die Sicherheit im Umgang mit EDTA erworben.  

Folgende Patientengruppen sind für die Chelat-Therapie nicht geeignet:

 

1.  dekompensierte Herzinsuffizienz

2.  ausgeprägte Herzrhythmusstörungen

3.  schwere Nieren- und Leberfunktionsstörungen

4.  Zustand nach Lungen-TBC

5.  ausgedehntes Aneurysma  

Chelat-Therapie als ambulantes Prinzip

Die Infusionstherapie mit EDTA ist ein ambulantes Verfahren, welches in der Arztpraxis, im Sanatorium oder Krankenhaus durchgeführt werden kann.  Der Patient ist nach der Behandlung ohne weiteres in der Lage, wieder nach Hause zu gehen.  

 

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